Sexuelle Autonomie – Ein oft übersehener, tabuisierter Aspekt ist die Beziehung des Mannes zu seiner eigenen Lust: seine eigene sexuelle Autonomie, die Fähigkeit zur Selbstliebe. Männer sind es gewohnt, dass ihnen die Rolle des Performers auferlegt wird. In dieser Dynamik bleibt die Selbstfürsorge oft auf der Strecke. Der Sex, der Penis, die Ejakulation – all das scheint in der Wahrnehmung der Frau zu gehören.
Umfassend entdecken – Männer, die sich Zeit für sich selbst nehmen und masturbieren, werden oft schräg angeschaut. Es schwingt das Vorurteil des Egoismus mit, als würden sie ihren eigentlichen Sinn verfehlen, der angeblich nur in der Vereinigung mit der Frau liegt. Es ist das Bild, dass ein Mann erst durch das Gegenüber „ganzheitlich“ wird. Doch das Gegenteil ist wahr: Wirkliche Ganzheitlichkeit beginnt bei der Erlaubnis, sich um sich selbst kümmern zu dürfen. Viele Männer haben nie gelernt, sich selbst sexuell ohne schlechtes Gewissen zu lieben und sich darüber hinaus ganzheitlich zu entdecken, ohne rein genital fixiert zu bleiben.
Abbau von Druck – Masturbation wird oft als schneller Abbau von innerlichem Druck genutzt. Das ist legitim und völlig in Ordnung. Darüber hinaus kann eine Form der Eigenliebe, die den gesamten Körper einbezieht, die Sinne schärfen und Bereiche entdecken, die die Lust am eigenen Sein steigern. Die wenigsten werden sich dafür die Zeit nehmen, geschweige denn einen Rückzugsort finden, wo dies in aller Ausführlichkeit möglich ist.
Höchste Selbstannahme – Obwohl fast jeder Mann masturbiert, tun es viele doch im Stillen, fast wie ein notwendiges Übel. Es wird oft als Zeichen von Einsamkeit oder als „Notlösung“ missverstanden, wenn der Sex mit der Partnerin/dem Partner nicht stattfindet. Diese Bewertung führt dazu, dass Männer sich schämen, wenn sie sich Zeit für ihre eigene Lust nehmen. Sie fühlen sich egoistisch oder ungenügend. Dabei ist die bewusste Zuwendung zum eigenen Körper die höchste Form der Selbstannahme.
Ein wertfreies Feld – In meinem Raum begegnest du einem absolut wertfreien Feld: Hier wird die Liebe zum eigenen Ich nicht als Defizit, sondern als Ausdruck von Vitalität und Selbstachtung gewürdigt und das reine "Sich-selbst-gehören" bestärkt. Es geht darum zu spüren, dass die eigene Lust kein Diebstahl am Partner ist, sondern die Basis für eine gesunde, kraftvolle Männlichkeit und eine Bejahung der eigenen Lebendigkeit ohne Bedingungen. Wenn du lernst, dich selbst als ganzheitliches, sexuelles Wesen anzunehmen – unabhängig von der Erwartung anderer – entsteht eine neue Form von Freiheit und Selbstachtung.