Aus Verletzlichkeit wird Stärke - Mein Leben verlief in vielerlei Hinsicht verquer. Grenzerfahrungen sind lange Zeit bestimmend gewesen, ihre Transformation kräftezehrend und zeitintensiv. Ich kenne den Verlust der eigenen männlichen Integrität, Scham und von außen auferlegte Schuld, aber auch den Moment, in dem es wieder leichter wurde, mich dem eigenen Körper wieder behutsam anzunähern und ihn als verlässlichen, sicheren und angenehmen Ort zu erfahren.
Vom Überleben zum Begleiten - Diese Erfahrungen haben meinen Lebensweg dominiert, mich aber nicht gebrochen, sondern zu einem neuen Bewusstsein geführt. Heute befähigt es mich dazu, andere Männer achtsam, mit offenem Blick, großem Verständnis und Herz zu begleiten. So kann ich inzwischen meine eigene Geschichte aus einem anderen Blickwinkel sehen und bin dankbar und demütig angesichts der enormen Aufgaben, die mir gestellt wurden. Heute schöpfe ich genau aus dieser integrierten Verletzlichkeit meine besondere Stärke, Empathie und tiefere Wahrnehmung. Die daraus resultierende Kraft gebe ich anderen Männern weiter, um sie in ihrer eigenen Kraft, Präsenz und Wahrnehmung zu stärken.
Der Körperweisheit vertrauen - Über Jahrzehnte hinweg habe ich viele Formen von Körper- und Bewusstseinsarbeit kennengelernt. Sie alle führten mich zu einer tiefen, gelebten Erkenntnis: Unser Verstand wird oft überschätzt. Er ist wie ein Floh, der auf einem Elefanten sitzt und glaubt, ihn kontrollieren zu können. Prägende Erfahrungen, gerade in Bezug auf Nähe, führen oft zu einer Verschiebung weg vom Körper, hin zum Verstand. Wenn Kontrolle und Distanz zu gewohnten Mustern werden, verlieren wir den Bezug zu uns selbst. Die wahre Weisheit liegt aber nach wie vor im Körper. Er braucht keine theoretischen Analysen, sondern wohlwollende, wertfreie Aufmerksamkeit und Raum.