Logo von touched to be. TOUCHED TO BE Raum für tantrisch orientierte Körperarbeit
Michael Köllner sitzt lächelnd im Korbsessel, das Kinn auf die Hand gestützt.

Der Mensch hinter touched to be

Ich bin Michael.

Bevor du dich einem fremden Mann anvertraust, möchtest du vermutlich wissen, wer dieser Mann eigentlich ist.

Michael Köllner sitzt lächelnd im weißen Leinenhemd auf einem Holzstuhl auf einer sonnigen Terrasse.

Mein Weg

Wie ich zur Tantra-Massage kam.

Was ich als kleines Kind erleben musste, hat mir genommen, meinen Körper als verlässlichen und sicheren Ort zu erfahren.

Ich habe die Nähe zu Männern als übergriffig, schmerzhaft und aufgezwungen erleben müssen. Ich wurde benutzt, statt wirklich gemeint zu sein, und Körperlichkeit, speziell Sexualität, blieb für mich lange Zeit etwas zutiefst Zwiespältiges. Als Kind konnte ich nicht erkennen, dass das, was mit mir geschah, falsch war. Ich konnte mich nicht wehren. Mir fehlte deshalb lange etwas, das für viele selbstverständlich ist: die Signale meines Körpers eindeutig zu spüren und sie dann auch ohne Angst und Scham auszusprechen.

Was mir lange gefehlt hat

Über viele Jahre habe ich in professionellen Gesprächen und in der Körperarbeit daran gearbeitet, und das hat mich ein großes Stück weitergebracht. Trotzdem fehlte mir etwas Entscheidendes: beides zusammen, und zwar mit einem Mann. Ich wünschte mir einen Therapeuten, der schwul ist, erwachsen und verantwortungsvoll, und der selbst keine Angst und keine Scham vor Sexualität hat. Mit ihm wollte ich in einem klaren Rahmen üben, dass ein Mann mir körperlich nahekommt. Vielleicht hätte er mich anfangs gar nicht berühren dürfen. Irgendwann hätte seine Hand auf meiner Brust gelegen, und ich hätte jederzeit sagen können: angenehm, unklar, stopp. Er hätte sich sofort danach gerichtet. Danach hätten wir darüber gesprochen, wie es mir damit ergangen ist und wie wir weitermachen. So wollte ich lernen, meine unklaren Gefühle wieder wahrzunehmen, Veränderungen zu bemerken und die Kontrolle über meinen Körper zurückzugewinnen. Eine solche Begleitung gab es damals nicht, und es gibt sie bis heute nicht.

Meine erste Tantra-Massage

Was dem am nächsten kam, fand ich vor ungefähr sieben Jahren: meine erste Tantra-Massage. Ich war ziemlich aufgeregt, und in meinem Kopf lief das ganze Kino: Werde ich Stopp sagen können, wenn mir etwas zu viel wird? Was mache ich, wenn ich eine Erektion bekomme? Und wie wird es mir danach gehen? Umso überraschter war ich, wie schnell ich loslassen konnte. Ich musste nichts kontrollieren und durfte meinen Körper als lustvoll erleben. Vor allem hatte ich das Gefühl, dass dieser Mann wirklich mich meint. Danach war ich wochenlang beschwingt, und mir war klar: Das ist mein Weg.

Vom Kurs zu den ersten Gästen

Bald darauf besuchte ich mit meinem Mann einen Kurs in Tantra-Massage hier in Freiburg, später folgten weitere. Schon beim ersten Üben hatte ich das Gefühl, diese Massage nicht neu lernen zu müssen. Es war eher, als würde ich etwas wiederentdecken, das lange in mir geschlummert hatte. Von da an wusste ich, dass ich das anderen Männern geben möchte. Ein, zwei Monate später kamen die ersten zu mir, und ihre Rückmeldungen haben mich von Anfang an bestärkt.

Lernen aus jeder Begegnung

Seit 2022 massiere ich nun regelmäßig. Nach jeder Begegnung nehme ich mir Zeit, sie in Ruhe nachzubereiten, und schreibe auf, wie sie verlaufen ist, was mir der Gast berichtet hat und wie ich mich selbst verhalten und gefühlt habe. Diese Notizen sind nur für mich bestimmt und ein riesiger Schatz, um meine Arbeit zu reflektieren und weiterzuentwickeln. Seit etwa einem Jahr gebe ich meine inzwischen reichhaltigen Erfahrungen in der Körperarbeit mit Männern außerdem in einer umfangreichen Ausbildung an andere weiter.

Was mich ausmacht

Was ich in die Massage mitbringe.

Als ich anfing, Tantra-Massagen zu geben, merkte ich schnell, dass sich darin vieles bündelt, was ich mir über Jahrzehnte angeeignet habe. Manches davon hätte ich vorher nie mit Massage in Verbindung gebracht.

Hände, die seit der Kindheit Klavier spielen

Seit meiner Kindheit spiele ich Klavier, und das hat meine Hände auf eine besondere Weise geschult. Wer so lange übt, entwickelt ein feines Gespür in den Fingern: für Druck, für Tempo, für die kleinsten Unterschiede in einer Berührung. Am Klavier habe ich außerdem gelernt, mich ganz in einen Moment zu versenken und alles andere auszublenden, und dranzubleiben, auch wenn es mühsam wird. Bis heute ist das Klavier für mich ein Spiegel, der mir sehr ehrlich zeigt, wie es meinem Körper und meiner Seele gerade geht. All das fließt in jede Massage ein.

Ein Körper, der tanzt

Tanz und Ballett begleiten mich seit Jahrzehnten, und ich glaube, sie haben mich auch jung gehalten. Sie haben mir eine Geschmeidigkeit geschenkt, die ich in der Massage gut gebrauchen kann. Ich weiß, wie sich Kraft und Spannung aus dem eigenen Körper auf einen anderen übertragen lassen, und ich kann Haltungen einnehmen und Bewegungen ausführen, die jemandem schwerfallen, der seinen Körper weniger kennt. Beim Tanzen kommt mein Kopf zur Ruhe, und man kann sich nicht verstecken. Diese Offenheit wünsche ich mir auch für unsere Begegnung.

Gespräche, die Halt geben

Ich habe Sozialarbeit und Kunstpädagogik studiert und über 30 Jahre in der kirchlichen und sozialen Arbeit gearbeitet. Dort habe ich gelernt, Gespräche so zu führen, dass sich Menschen öffnen können, zuzuhören, ohne vorschnell zu urteilen, und mich auf sehr unterschiedliche Lebensgeschichten einzustellen. Dazu kommen viele Jahrzehnte, in denen ich mich intensiv mit mir selbst auseinandergesetzt habe. Ohne diese Selbstreflexion könnte ich keine Tantra-Massage verantwortlich geben. Wer einen anderen Mann so nah berührt, sollte auch seine eigenen Themen gut kennen.

Mein eigener Weg

Mit meiner Geschichte habe ich früh gelernt, mich auf mich selbst zu verlassen. Dabei sind mir viele Antennen gewachsen, die sehr schnell anschlagen, wenn etwas nicht stimmt. Und ich habe den Mut entwickelt, eigene Wege zu gehen. Meine Klavierschule habe ich ohne klassisches Klavierstudium aufgebaut, einfach weil ich wusste, dass ich es kann, und sie ist bis heute erfolgreich. Mit der Tantra-Massage ging es mir ganz ähnlich. Ich glaube nicht, dass man sie nur an dem einen, einzig richtigen Institut lernen kann. Gerade meine Umwege haben mich gezwungen, über den Tellerrand zu schauen, und mir ein Fundament gegeben, das in keiner Ausbildung vorkommt. So habe ich meine Massagen über die Jahre Schritt für Schritt weiterentwickelt und meinen eigenen Stil gefunden.

Was Gäste sagen

Was Gäste bei mir erleben.

Viele Männer schreiben mir nach einer Massage, wie es ihnen ergangen ist. Diese Rückmeldungen bedeuten mir viel. Drei Dinge tauchen darin besonders häufig auf.

Vom ersten Lächeln an

Viele erzählen mir, dass ihnen schon die freundliche Begrüßung einen Teil der Aufregung und Anspannung genommen hat. In unserem Vorgespräch lassen wir uns genügend Zeit, damit du mich ein wenig kennenlernen kannst und alle deine Fragen geklärt werden. Erst wenn du dich wohlfühlst und bereit bist, beginnen wir. Die meisten Männer gehen dann entspannt in die Massage.

Ruhe und Klarheit

Gäste beschreiben meine Nähe und meine Berührungen als ruhig, bedächtig, konzentriert und zugewandt. Ich bin nah bei dir, ohne übergriffig zu werden. Ich führe dich durch die Massage, damit du dich fallen lassen kannst und nicht überlegen musst, was als Nächstes kommt. Dabei musst du nicht alles aussprechen. Ich achte auf die feinen Signale deines Körpers: wenn du dich anspannst, plötzlich ganz still wirst oder dich kaum merklich bewegst. Dann halte ich inne und frage nach, ob es für dich so passt oder ob ich etwas verändern soll.

Wirklich gesehen werden

Am häufigsten höre ich, dass sich ein Mann wirklich gesehen gefühlt hat: nicht als irgendein Körper, der massiert wird, sondern als der Mensch, der er ist. Genau das habe ich bei meiner ersten Tantra-Massage selbst erlebt, und genau das möchte ich jedem Mann geben, der zu mir kommt.

Für mich ist …

Ein paar Worte, ehrlich beantwortet.

Ich habe mir ein paar Begriffe vorgenommen, die in meiner Arbeit eine Rolle spielen, und aufgeschrieben, was mir spontan dazu einfällt. Manches davon ist sehr persönlich, aber genau so denke ich.

Berührung …
angenommen sein. Wirklich da sein. Im Innersten erkannt werden. Gewollt und wertgeschätzt, so wie man ist.
Ein Nein …
hat nichts mit mir zu tun. Ich nehme es nicht persönlich. Heißt einfach: Das tut mir gerade nicht gut. Kündigt sich oft als unklares Gefühl an, noch ohne Worte. Man kann es lernen, bei mir darfst du es üben.
Scham …
wird uns als Kind beigebracht, in vielen kleinen Sätzen. Hält uns von uns selbst ab. Lässt uns vieles unter den Teppich kehren und macht uns stumm, wo ein klares Nein nötig wäre.
Nähe …
entsteht in der Massage oft schnell, sobald der Kopf zur Ruhe kommt. Braucht aber immer auch die Möglichkeit zur Distanz. Ein klarer Rahmen macht beides möglich.
Lust …
im Alltag oft kurz und schnell vorbei. In der Massage tief und lang anhaltend. Pure Lebendigkeit.
Eine Erektion …
kein Grund zur Scham. Ein Zeichen von Lebenskraft und fließender Energie. So ist es, und so darf es sein.
Männlichkeit …
Unkompliziertheit. Direkt sein, ohne alles zu zerreden. Zu sich stehen, so sein, wie man ist, ohne sich zu verurteilen.
Tantra …
ein großes Wort, hinter dem viele etwas Heiliges vermuten. Ich bin kein Tantra-Lehrer. Ich arbeite mit Berührung, mit Aufmerksamkeit und mit dem, was zwischen zwei Männern geschieht.
Spiritualität …
angebunden sein. Selbst erlebt, nicht übernommen. Darf nie zum Käfig werden. Ich glaube an Gott und bete vor jeder Massage kurz und still für mich. Du merkst davon nichts und musst nichts glauben.
Kirche und Körper …
Körper, Geist und Seele gehören zusammen, keines ist weniger wert. Die Kirche hat den Körper über Jahrhunderte vernachlässigt und mit schlechtem Gewissen belegt. Ich setze dem etwas entgegen. Der Körper ist für mich ein Geschenk Gottes, ein Wunderwerk aus Milliarden Zellen. Sexualität und Lust sind von Gott gewollt und gehören nicht in die Schmuddelecke. In der Massage ehre ich diesen Körper.
Vielfalt …
wie Schneekristalle: Keiner gleicht dem anderen, niemand kann sie zählen. Darin zeigt sich für mich Gott. Auch unsere Sexualität kennt nicht nur schwul, bi und hetero, sondern unzählige Abstufungen. Schubladen geben Sicherheit, werden aber niemandem gerecht. Sie zementieren und radikalisieren.
Älterwerden …
Körper und Lebenserfahrung verbinden sich. Weg von der schnellen Befriedigung, hin zu Erfahrungen, die tief gehen und lange nachklingen. Reife Männer sind für mich etwas Besonderes. Sehr attraktiv.
Ein Mann, der zum ersten Mal kommt …
aufgeregt, voller Kopfkino, vielleicht aufgeladen nach etlichen Erklärvideos im Netz. Auch für mich offen: Wer kommt, was bringt er mit, was tut ihm gut? Ein kleines Abenteuer für uns beide.
Ein guter Abschluss …
Stille. Wenige Worte. Ein Blick, eine Umarmung.

Steckbrief

Mein Leben in Stationen.

Soziale Arbeit, Musik, Kunst, Tanz und Körperarbeit haben in meinem Leben alle ihren Platz. Hier noch einmal die Eckdaten für alle, die es gern sachlich mögen.

Herkunft
geboren in Titisee-Neustadt
Lebenspartnerschaft
mit meinem Mann, eingetragen seit 2013
Tantra-Massage
Kurse in Tantra- und Tao-Massage in Freiburg; eigene Massagen seit 2022, Gay-Tantra- & Body-to-Body-Massage selbst weiterentwickelt; Ausbilder seit 2025
Eigene Körperarbeit
Rolfing, Osteopathie und körpertherapeutische Verfahren
Beruflicher Hintergrund
Studium der Sozialarbeit und Kunstpädagogik; über 30 Jahre kirchliche und soziale Arbeit; Aufbau und Leitung einer eigenen Klavierschule mit Schwerpunkt Erwachsene; Korrekturleser für Notenverlage; bildender Künstler
Ausgleich
Tanz in jeder Form, besonders Ballett
Porträt von Michael Köllner im weißen Leinenhemd, er lächelt in die Kamera.

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