Die Prostata sei der G-Punkt des Mannes.1 Man müsse sie nur drücken, um längere, intensivere und mehrfache Orgasmen zu bekommen.2 Eine Prostatamassage sei gesund und schütze vor Krebs. Und wer sie genießt, sei schwul.
Viele dieser Behauptungen sind kaum belegt. Manche Männer empfinden die Massage der Prostata als äußerst angenehm, andere nicht. Und oft braucht es Geduld, bis man dieses Organ lustvoll einbeziehen kann.13 Urologen empfehlen die Prostatamassage nicht als Standardbehandlung, etwa bei einer chronischen Entzündung, und einen Schutz vor Krebs hat niemand nachgewiesen.45
Mit der sexuellen Orientierung hat die Lust am Po nichts zu tun.6 Manche heterosexuellen Männer haben Angst, sie könnten schwul sein oder werden, wenn sie die Berührung dort genießen. Doch ein Mann wird nicht einfach so schwul. Sexuelle Identität ist eine Veranlagung, keine Krankheit, die man sich einfangen kann.
Dass die Massage der Prostata gesund sei, dachte ich übrigens auch lange. Ehrlich gesagt bin ich immer noch der Meinung, dass sie dem Körper zuträglich ist, auch wenn es dazu wohl nur wenige stichhaltige Untersuchungen gibt.
Wie schön wäre es, einfach nur einen Knopf zu drücken, und dann passiert etwas wunderbar Erregendes. Vielleicht laufen wir Männer da wieder unserem mechanistischen Körperbild hinterher. Die Prostata ist kein Knopf. Sie ist etwas, dem man sich genauso zuwenden muss wie dem übrigen Körper. Man kann sie entdecken, sich in sie hineinfühlen, ihr Aufmerksamkeit schenken. Und man kann in jede Richtung von ihr überrascht werden.