Logo von touched to be. TOUCHED TO BE Raum für tantrisch orientierte Körperarbeit
Ein Mann mit Leinentuch um die Hüften kniet in einem hellen, sonnigen Raum neben einer Bodenmatratze und streicht das Laken glatt; daneben liegen ein senfgelbes Handtuch und eine Flasche Öl.

Einfach erklärt

Was ist eine Tantra-Massage?

Eine langsame, achtsame Massage des ganzen Körpers, bei der du nichts leisten musst. Hier erkläre ich dir ohne Esoterik, was dahintersteckt.

Michael Köllner · 30. Oktober 2026

Auf einen Blick

Die Antwort in wenigen Sätzen.

Eine Tantra-Massage ist eine moderne, im Westen entstandene Form der Körperarbeit, bei der der ganze Körper langsam, achtsam und sinnlich berührt wird.

Sie dauert deutlich länger als eine klassische Massage: Die Massage selbst geht mindestens zwei Stunden, dazu kommen ein Gespräch davor und oft eines danach. Auf Wunsch wird auch der Intimbereich einbezogen. Es gibt kein Ziel, das erreicht werden muss: Du empfängst, ein anderer gibt. Im Vordergrund stehen Entspannung, Nähe und das Spüren des eigenen Körpers.

Ein Blick zurück

Jünger, als viele denken.

Der Name klingt nach uralter indischer Tradition. Die Tantra-Massage selbst ist aber erst im 20. Jahrhundert im Westen entstanden.

„Tantra“ ist ein Wort aus dem Sanskrit, der alten Sprache Indiens. Es lässt sich etwa mit Gewebe oder Gefüge übersetzen und bezeichnet eine Vielzahl hinduistischer und buddhistischer Lehren und Rituale. Eine Massage war damit nie gemeint.

Die heutige Tantra-Massage hat sich aus vielen Strömungen zusammengesetzt: aus der westlichen Begeisterung für fernöstliche Spiritualität, aus Körpertherapie und Psychologie, aus der Bewegung um Osho und aus der Arbeit einzelner Lehrer wie Andreas „Andro“ Rothe und Margot Anand. Vom historischen Tantra hat sie vor allem Begriffe und Bilder übernommen.

Wie das im Einzelnen zusammenhängt, erzähle ich ausführlich im Artikel Wer hat’s erfunden?

Im Vergleich

Zwei Massagen nebeneinander.

Was eine klassische Massage und eine Tantra-Massage unterscheidet, auf einen Blick.

Klassische Massage und Tantra-Massage im Vergleich
BereichKlassische Massage (z. B. Physiotherapie, Wellness)Tantra-Massage
Dauermeist 20 bis 60 Minutenmindestens zwei Stunden Massage, dazu ein Gespräch davor und oft danach
Berührt wirdRücken, Nacken, Beineder ganze Körper, auf Wunsch auch der Intimbereich
ZielVerspannungen lösenkein Ziel: wahrnehmen, was da ist
Deine Rollestillhaltenempfangen, nichts leisten, nichts zurückgeben

Der Unterschied

Mehr als eine klassische Massage.

Eine Massage beim Physiotherapeuten oder im Wellnessbereich löst Verspannungen. Eine Tantra-Massage lädt dich ein, deinen Körper als Ganzes wahrzunehmen.

Die Zeit ist dabei kein Luxus, sondern Teil der Wirkung. Vertrauen braucht Ruhe, und Loslassen gelingt erst, wenn nichts drängt. Viele sind überrascht, wie schnell die Zeit vergeht.

In der Tantra-Massage spricht man vom Gebenden und vom Empfangenden. Der eine führt, achtet auf Grenzen und hält den Rahmen. Der andere darf einfach da sein, genießen und beobachten, was in ihm geschieht.

Zwei Hände ruhen ruhig auf dem unteren Rücken eines Mannes, der bäuchlings unter einem Leinentuch liegt; Schatten von Olivenblättern fallen über seine Haut.

Offen gesagt

Wird auch der Intimbereich berührt?

Ja, wenn du es möchtest. Darin unterscheidet sich die Tantra-Massage am deutlichsten von anderen Massagen.

Penis, Hoden, Damm, Anus und Beckenboden gehören zum Körper wie Arme und Füße. In der Tantra-Massage werden sie deshalb nicht ausgespart, sondern auf dieselbe achtsame Weise einbezogen, eingebettet in die Berührung des ganzen Körpers. Manche nennen diesen Teil Lingam-Massage. Warum ich lieber die Dinge beim Namen nenne, erkläre ich im Artikel Lingam, Yoni, Penis.

Was berührt wird, bestimmst du. Jede Stelle kann ausgenommen werden, und eine Massage gelingt auch dann, wenn nicht alles berührt wird. Erregung darf entstehen und wieder abklingen, eine Erektion ebenso wie keine. Ein Orgasmus ist nicht das Ziel. Kommt es dazu, ist das schön und darf genossen werden, aber niemand arbeitet darauf hin.

Klare Grenzen

Was eine Tantra-Massage nicht ist.

Gerade weil sie so nah und intim sein kann, braucht sie einen klaren Rahmen.

Kein gegenseitiger Sex. Du empfängst, ohne etwas zurückgeben zu müssen. Die Massage kann sinnlich und lustvoll sein, sie bleibt aber eine Begegnung mit klar verteilten Rollen.

Keine Therapie. Eine Tantra-Massage kann entspannen, berühren und manches in Bewegung bringen. Eine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung ersetzt sie nicht.

Keine Esoterik-Pflicht. Viele Anbieter umgeben die Massage mit Räucherstäbchen, Buddhas, Sanskrit-Begriffen und Heilsversprechen. Nötig ist das nicht. Im Gegenteil: Wer glaubt, einem spirituellen Ideal genügen zu müssen, deutet ein Unbehagen schnell als eigenes Versagen, statt Stopp zu sagen. Gerade in einer Situation, in der man unbekleidet und tief entspannt ist, ist das ein Risiko. Klarheit schützt.

Mehr dazu in den Artikeln über Osho, die Chakren und Namasté.

Über einem kleinen Holztisch reicht eine Hand einer anderen ein Glas Wasser; auf dem Tisch stehen eine Tasse Tee und ein senfgelbes Tuch.

Bei mir in Freiburg

Ankommen, eintauchen, nachspüren.

Jede Massage ist anders, aber sie folgt einem roten Faden, der dir Sicherheit gibt. Mit Gespräch, Massage und Nachruhe solltest du etwa drei Stunden einplanen.

Ankommen. Wir beginnen mit Wasser oder Tee und einem Gespräch. Du erzählst, was dich herführt, was du dir wünschst und was nicht. Wir vereinbaren Grenzen und ein Stopp-Zeichen. Vorwissen brauchst du keins.

Eintauchen. Zuerst bist du mit einem Tuch bedeckt, und ich berühre dich sanft am ganzen Körper. Später wird die Massage mit viel Öl kräftiger und lebendiger, und auch der Intimbereich kann einbezogen werden, wenn du das möchtest. Du kannst jederzeit sagen, was dir guttut und was nicht. Ein Wort genügt.

Nachspüren. Danach bleibst du liegen, solange du magst. Wenn du willst, reden wir noch, oder du nimmst das Erlebte still mit nach Hause.

Ablauf und Preise

Für wen sie gedacht ist

Ein Ort, an dem du nichts leisten musst.

Tantra-Massagen gibt es für Frauen, Männer und Paare. Ich arbeite bewusst nur mit Männern.

Zu mir kommen schwule, bisexuelle und heterosexuelle Männer, Singles ebenso wie Männer in langen Beziehungen, in denen Berührung fehlt. Was sie verbindet, ist der Wunsch nach einem Raum, in dem sie nichts darstellen, beweisen oder leisten müssen.

Manche tragen schon lange die Sehnsucht nach der Nähe eines Mannes in sich. Hier dürfen sie ihr nachgehen, ohne sich erklären oder ein Etikett annehmen zu müssen. Andere wollen einfach einmal die Kontrolle abgeben und erleben, wie es ist, nur zu empfangen.

Warum ich mich für die Arbeit mit Männern entschieden habe, erzähle ich auf der Seite Warum nur Männer?

Ein Mann in weißem Leinenhemd sitzt barfuß am Rand einer Bodenmatratze und blickt, von hinten gesehen, zum sonnigen Fenster.

Meine eigene Erfahrung

Wie ich selbst dazu kam.

Bevor ich selbst massiert habe, lag ich als Neugieriger auf der Matratze.

Vor einigen Jahren las ich die Anzeige eines Mannes, der die Tantra-Massage gerade lernte und Übungsgäste suchte. Ich ging hin, aufgeregt, neugierig und mit Respekt davor, mich vor einem Fremden auszuziehen. Diese beiden Massagen waren für mich ein Wendepunkt.

Später habe ich die Tantra-Massage gemeinsam mit meinem Mann gelernt, weitere Kurse besucht und schließlich meinen eigenen Weg gefunden. Davon erzählt meine Serie Meine Tantra-Massagekurse.

Du möchtest es selbst erleben?

Langsam. Achtsam. Ohne Ziel.

Eine Tantra-Massage ist eine Einladung, deinen Körper wieder zu spüren.

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