Einige Ärzte nahmen mich nicht ernst und meinten, ich solle doch erst einmal mit einer Frau schlafen. Wenn ich die Beschneidung als mögliche Ursache ansprach, wurde ich schroff zurückgewiesen, auch von Chefärzten an Unikliniken. Immer wurde in Abrede gestellt, dass die Beschneidung eine Ursache sein könnte. Es war wie ein Dogma und ein Anrennen gegen Mauern.
Ich habe mich alleingelassen gefühlt. Lange Zeit hatte ich Mühe, überhaupt zu einem Samenerguss zu kommen, weil mir die Empfindsamkeit fehlte. Erst vor wenigen Jahren habe ich erfahren, dass es nicht nur den vorzeitigen, sondern auch den verzögerten Samenerguss gibt. Mir zeigte dies, wie wenig doch anscheinend nach wie vor die männliche Sexualität in ihrer Komplexität erkannt und gewürdigt wird.
Im sexuellen Kontakt mit anderen Männern habe ich immer wieder erlebt, wie locker und einfach es bei ihnen funktionierte. Und wenn mir manche erzählten, wie herrlich sich das anfühlt, und bedauerten, dass ich das nicht so richtig fühlen kann, waren das zusätzliche Stiche in mein Herz.