Zu Beginn bewegten wir uns ein wenig, um im Körper anzukommen. Dabei fiel mir auf, dass sich eine Teilnehmerin sehr gehemmt bewegte, fast verkrampft. Man sah, dass sie an etwas schwer trug, und man spürte, dass sie eine Last mit in den Raum brachte.
Durch meine Lebensgeschichte bin ich sehr sensibilisiert und nehme Schwankungen im Raum sehr schnell wahr. Das Verhalten dieser Frau zog viel Aufmerksamkeit von mir ab. Es fiel mir schwer, bei mir zu bleiben und wirklich bei mir selbst anzukommen.
In einer der ersten Massageübungen brach sie schließlich ganz ab. Sie war sichtlich aufgewühlt. Die Anleitung versuchte, die Situation mit ihr zu klären, doch am Ende verließ sie den Raum und auch den Kurs. Diese Unruhe übertrug sich sehr stark auf mich. Spätestens hier ließ mein Vertrauen nach, von dieser Gruppe getragen zu werden, und mit ihm das Loslassen.
Ich möchte das nicht verurteilen. Wer sich auf eine solche Erfahrung einlässt, begibt sich in eine Situation, die seelisch durchaus herausfordernd sein kann. Hilfreich ist es, wenn man das schon vorher weiß und ein Kurs es offen anspricht. Wenn dann etwas aufbricht, dann bricht es auf. Niemand tut das aus Boshaftigkeit. Man muss sich nur bewusst sein, dass es nicht allein den Einzelnen betrifft, sondern auf die ganze Gruppe ausstrahlt und auf das, was zwischen allen mitschwingt.
In der Pause fühlte ich mich genötigt, eine andere Teilnehmerin zu fragen, was denn los gewesen sei. Heute weiß ich: Ich war wieder einmal dabei, Verantwortung für etwas zu übernehmen, das gar nicht meines war.